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Die Bagno Konzertgalerie  ist eine Zeitmaschine ins Rokoko.

WAS MACHT DIE BAGNO KONZERTGALERIE SO BESONDERS?

Die Konzertgalerie des Grafen Karl zu Bentheim und Steinfurt galt dem Flötenspiel, das er zusammen mit seiner Hofkapelle virtuos ausübte. Die französisch geprägten Gartenanlage ließ Graf Karl 1774 um ein Gebäude erweitern, dessen Vorbilder im Galeriegebäude des Grand Trianon in Versailles und im Schloss Schleißheim bei München zu finden sind. Eine Galerie diente ihrem ursprünglichen Zwecke nach eigentlich dem Tanzvergnügen, für Ausstellungen oder Empfänge. Graf Karl hatte bereits nach seiner Rückkehr aus Paris eine Skizze angefertigt, wie das Gebäude, welches er für seine Hofkapelle bauen ließ, auszusehen hat. Die Besonderheit dieser Galerie lag in seiner freistehenden, langgestreckten und mit 12 Fenstertüren versehenen Architektur. Die „Grande Galerie Pour Les Concerts“, also die Konzertgalerie, diente der gräflichen Hofkapelle sonntags und mittwochs als Musiksaal.

Nach dem Tode von Graf Karls Sohn Ludwig verfiel das Bagno zunehmend.  Von den 1793 gekennzeichneten 49 Gebäuden waren 1828 nur noch 13 vorhanden. Konzerte, für die die Galerie eigentlich gedacht war, wichen in den 20er Jahren den ausgiebigen Feiern des Schützenvereins und danach zur Lagerung der Boote des Sees. Dies führte zum langsamen Verlust des filigranen Stucks durch die hohe Feuchtigkeit des Innenraumes, auch durch das inzwischen undichte Dach. Das Gebäude wurde jetzt verschlossen, weil große Teile des Stucks als ‚Souvenir‘ entwendet wurden. Der Rest des Decken- und Wandschmuckes wurden gesichert im Schloss ausgelagert. So überstand die Galerie die Zeit bis in die 80er Jahre mehr schlecht als recht und es gab Bestrebungen, das Gebäude abreißen zu lassen.

Die Restauration

1986 gründete Ernst-Werner Wortmann (damals Stadtdirektor der Stadt Steinfurt) zusammen mit einigen Verbündeten den Förderverein Bagno-Konzertsaal Steinfurt.

Dieser verzweifelte Versuch bewahrte die Konzertgalerie vor einem kompletten Verlust. In den 90er Jahren beschloss der Rat der Stadt, sich um den Erhalt des Gebäudes zu kümmern. Mit der Proberestaurierung eines kleinen Teils der Galerie konnte die Stiftung Denkmalschutz in Bonn von der Qualität des Gebäudes überzeugt werden und finanzierte letztendlich die anfallenden Gesamtkosten. Zwischen 1994 und 1997 konnte die Konzertgalerie in einem aufwändigen Restaurierungsprozess und mit Hilfe der im Schloss ausgelagerten Stuckreste zu 90% wiederhergestellt werden.